Tragikomödie von Florian Zeller
Vater
Mittwoch - 24.10.2018 20:00 - Neue Gebläsehalle

Mit u. a. Ernst Wilhelm Lenik, Irene Christ - ausgezeichnet mit dem Prix Molière 2014 als „Bestes Stück“

Inhalt:
Der 80jährige André merkt, dass sich etwas verändert. Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung und versucht, vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrecht zu erhalten, alles sei in Ordnung. Wobei ganz offensichtlich ist, dass er allein nicht mehr zurechtkommen kann. Also organisiert sie für ihn Pflegehilfen, mit denen er sich aber ständig zerstreitet. Ein alter Mann, für den sich der Alltag mehr und mehr in ein verwirrendes Labyrinth verwandelt, auf der Spurensuche nach sich selbst. Weil seine Wahrnehmung sich immer mehr verschiebt, gerät er in eine Welt, in der seine Biografie nicht mehr gilt, weil die Welt, in der sie entstanden ist, am Verlöschen ist…

Das Besondere an „Vater“ ist die ungewöhnliche Erzählstruktur. Erlebt wird die Handlung nämlich nicht chronologisch, sondern aus der Erlebniswelt des 80jährigen. Durch diesen hinterhältigen Trick des französischen Erfolgsautors wird der Zuschauer emotional an die Hauptperson gebunden, erlebt mit ihr dieselben Momente des Glücks, teilt mit ihr die Momente des Ausgeliefertseins, erfährt mit ihr die unbegreifliche Veränderung von Personen und Dingen und kann wie sie immer weniger unterscheiden: Was ist Realität, was Wahn oder Wunschvorstellung, was Halluzination oder fixe Idee. Das klingt nach einem traurigen Theaterabend? Das Gegenteil ist der Fall. Zellers Text provoziert das Lachen. Die komödiantische Dynamik ergibt sich aus den abrupten Stimmungsschwankungen der Hauptperson.

„Vater“, das im Januar 2015 an das Théâtre des Champs-Elysée übernommen wurde, ist nicht nur in Frankreich, sondern auch in England, einer der größten Presse- und Publikumserfolge. „Ein Werk, das die Zuschauer geschickt in seinen Bann zieht. Das Thema mag zwar ernst sein, doch wird es ständig mit Humor aufgelockert.“ (Bristol Post)

Es ist erstaunlich, dass es Zeller, dem erst 35-jährigen französischen, auch international inzwischen hoch gehandelten Shooting-Star gelingt, dem brisanten Thema, ein befreiendes Lachen abzugewinnen und trotz verstörender Präzision und gedanklicher Schärfe kein bleiernes Problemstück zu schreiben. Das aufwühlende Stück über einen alten Mann, der an Alzheimer erkrankt ist, spricht gegenwärtige Ängste an.

Einlass: 19.00 Uhr

Musik- und Theaterreihe 2018

Link zum Künstler

www.landgraf.de/schauspiel/schauspiel-saison-2016-2017/vater/

Eintrittspreise

  • VVK: € 22.50 (PK1) | € 19.20 (PK2)
  • AK: € 25.00 (PK1) | € 22.00 (PK2)